Die Double Rundt hat sich längst zu einer weit über die Region hinaus bekannten Regatta entwickelt. Während die Teilnehmer des Yachtclubs entspannt im Starthafen Langballigau auf den Check-in am Freitagabend warteten, hatten die auswärtigen Crews ihre ganz eigene Regatta bereits hinter sich: Die Anreise aus Wismar, Hamburg, Kiel, Eckernförde, der Schlei oder natürlich auch aus Dänemark verlangte in diesem Jahr einiges ab.

Kräftiger Westnordwestwind machte die Flensburger Förde zu einem sportlichen Warm-up. Wer sich gegen Wind und Wellen nach Langballigau hochkreuzen musste, bekam spätestens am Leuchtturm Kalkgrund zu spüren, warum die Förde bei diesen Bedingungen ihren Ruf hat. Kurze, steile Wellen fanden zuverlässig jede noch so kleine Undichtigkeit an Deck und im Ölzeug – trocken kam kaum jemand an.

Nicht nur die weiten Anreisen sind bemerkenswert, schaut man auf die Bandbreite der angereisten Teams so wurde auch alles präsentiert von dem komplett zur Urlaubsreise ausgerüsteten Schiff mit dem Schlauchboot an Deck bis zu den Double Hand Deutschen Meistern und Vizemeistern frisch gekürt auf der Kieler Woche. 

Dass auch der Hafen seine Tücken hatte, zeigte sich direkt vor dem Clubhaus. Eine Crew wollte angelockt vom Würstchengeruch direkt dort anlegen. Das hat noch nie geklappt wurde aber durch  den niedrigen Wasserstands zusätzlich erschwert und so musste das Schiff von tatkräftigen Helfern wieder vom Flach gezogen werden – ein erster Beweis dafür, dass bei der Double Rundt Teamarbeit großgeschrieben wird.

Am Clubhaus warteten dafür trockene Double-Rundt-Hoodies in den verschiedensten Farbkombinationen. Wer sich umgezogen hatte, durfte sich mit einem kühlen Bier des Sponsors Pantaenius stärken. Das wirkte offenbar wie ein Zaubertrank, denn an der Zugmaschine von Gotthardt wurden anschließend beeindruckende Kräfte mobilisiert. Tagesbestwert: stolze 467 Kilogramm! Bei der Siegerehrung sollte sich zeigen, dass sich Muskelkraft tatsächlich auszahlen kann – je eine Schwimmweste vom Sponsor Gotthardt wartete auf den stärksten Teilnehmer bei den Damen und Herren.

Im weiteren Verlauf des gemütlichen Abends ließ der Wind langsam nach und die Vorfreude auf den Regattatag stieg.

Am Samstagmorgen trafen kurz vor der Steuermannsbesprechung die letzten Crews ein. Damit war das Feld mit 53 Booten komplett. Angesichts der anspruchsvollen Anreise und der bereits angekündigten stürmischen Rückfahrt von Søby ein beachtliches Meldeergebnis. Selbst einige heimische Segler verzichteten lieber auf die Strapazen oder wollten ihre neuen Segel schonen.

Wie gewohnt führten Hildburg und Stefan mit viel Humor durch die Steuermannsbesprechung und begrüßten insbesondere die weit angereisten Crews. Eindruck hinterließ vor allem die Erinnerung an die 30-Minuten-Zeitstrafe für Frühstarter. Entsprechend diszipliniert verlief der Start – schließlich gewinnt man eine 53-Meilen- bzw. 33 Meilen-Regatta nicht auf den ersten Metern. Ein großes Dankeschön gilt daher auch dem Startschiff und seiner Crew, die das Feld souverän auf die Bahn schickten.

     

Für die Zuschauer an Land begann nun das beliebte Expertenspiel: Warum fährt der eine dort hinaus? Warum nimmt der andere mehr Höhe? Und am Luvfass wurde es dann richtig spannend. Wegen der ersten 0,3 Seemeilen blieb das Feld dicht beieinander. Alle meisterten die Situation souverän, bevor es nach der Rundung auf einen langen Reachkurs Richtung Poels Rev ging – jetzt kamen Spinnaker und Gennaker endlich zum Einsatz.

Währenddessen machte sich eine kleine Langballigauer Reisegruppe auf den Weg nach Fynshav und mit der Fähre weiter nach Søby. Perfektes Timing sorgte dafür, dass die Fähre mitten durch einen Teil des Regattafeldes fuhr. Ein herrlicher Anblick: große Segelyachten unter bunten Spinnakern und Gennakern auf ihrem Weg Richtung Lyø. Natürlich fehlten auch hier der Expertenkommentar nicht: „Der Gennaker könnte voller stehen!“,  „Warum ist der Kite nicht oben?“ oder „Das Schiff müsste doch schneller sein“. Gut reden, wenn man gemütlich auf der Fähre steht.

In Søby angekommen, übernahm das AIS zunächst die Beobachtung der Flotte, bis die ersten Segel wieder am Horizont auftauchten. Genug Zeit, Jan-Ole und sein großartiges Helferteam zu begrüßen und sich mit Bier und Grillwurst für den Zieleinlauf zu stärken.

Die Ziellinie war bestens vorbereitet, die bekannte Brücke wieder mit Sponsorenflaggen geschmückt. Zwar hat sich der Hafen von Søby durch umfangreiche Bauarbeiten stark verändert, doch eigens für die Double Rundt war eine provisorische Spundwand errichtet worden, um den Schwell im Hafen etwas zu beruhigen – sehr zur Freude aller Hafenlieger.

Dann begann das Warten. Zunächst erschien die „Lynx“ mit Peter und Thomas als erstes Boot der kurzen Bahn und erreichte um 16:01:05 Uhr das Ziel. Auf der langen Bahn setzte sich der Trimaran „Tri“ von Lars durch und lief um 17:14:23 Uhr ein. Schnellster Monohull wurde die „Circus“ mit Thorsten und seinem Sohn Skip, die um 18:01:39 Uhr die Ziellinie passierten.

Danach wurde es an der Ziellinie richtig lebhaft. Boot um Boot traf ein. Nicht jeder fand nach vielen Stunden auf See sofort den richtigen Weg über die Ziellinie, obwohl Hildburg mit Skizzen und Fotos die Linie beschrieben und darauf hingewiesen hatte, diese von Nord nach Süd zu passieren. Die Zuschauer auf der Brücke halfen mit lautem Zurufen und Winken nach. Rekordverdächtig war ein Boot, das die Ziellinie gleich dreimal überquerte – immerhin war der zweite Versuch dann regelkonform und es gab den ersehnten Tut aus der Tröte.

Auch das Wetter blieb spannend. Zwar blieb es im Ziel trocken, doch draußen rund um Lyø mussten viele Crews noch einige Regenschauer überstehen. Die nasse Kleidung vom Freitag bekam also noch einmal Gesellschaft.

Um 20:45 Uhr hatten schließlich alle 53 Boote das Ziel erreicht. Für viele lagen fast elf Stunden Segeln hinter ihnen – und für manche zusätzlich die morgendliche Anreise nach Langballigau. Entsprechend groß war der Andrang auf das von Jan-Ole und seinem Team vorbereitete Abendessen, das keine Wünsche offenließ und für Fleischliebhaber und Vegetarier Leckereien 

     

Der Abend klang mit Siegerehrung, Fachsimpelei und vielen Geschichten von Winddrehern, Segeltrimm und taktischen Entscheidungen aus. Einige verschwanden allerdings früh in ihren Kojen, denn für Sonntag war erneut kräftiger Wind angesagt.

Und der hielt Wort. Mit der Winddrehung kam kräftiger Schwell in den Hafen, sodass sich manche Crew fühlte, als läge sie mitten auf hoher See. Mindestens ein Bordhund wurde seekrank und war froh, morgens wieder festen Boden unter den Pfoten zu haben.

Gut, dass die Veranstaltungsleitung das Frühstück vorsorglich um eine Stunde vorverlegt hatte. Schlaf war ohnehin kaum noch möglich, und so war das Frühstück bestens besucht – sofern die ersten Crews nicht bereits die Flucht nach vorn antraten und Richtung Heimathafen aufbrachen.

Wie anspruchsvoll die Rückfahrt gewesen sein muss, zeigte sich später in Langballigau: Überall lagen zum Trocknen ausgebreitete Segelbekleidung, Polster, Spinnaker und allerlei Ausrüstung. Erst da wurde sichtbar, wie viel Material für eine erfolgreiche Regatta tatsächlich an Bord unterwegs ist.

Am Ende bleibt ein rundum gelungenes Double-Rundt-Wochenende – mit anspruchsvollen Bedingungen, großartiger Organisation, bester Stimmung und allem, was das Seglerherz höher schlagen lässt. Für das perfekte Regattafenster gebührt der Wettfahrtleitung großes Lob. Über das Wetter an den An- und Abreisetagen werden wir allerdings mit Petrus noch einmal ernsthaft sprechen müssen.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Sponsoren, Helfer und Unterstützer sowie ganz besonders an Jan-Ole und sein Team in Søby für ihre großartige Gastfreundschaft.

Und wer sich schon jetzt selbst ein Weihnachtsgeschenk machen möchte, sollte sich den 23. Dezember 2026 18:00 Uhr vormerken. Dann öffnet auf Manage2Sail die Meldeliste für die Double Rundt 2027. Die Plätze sind begehrt – und erfahrungsgemäß schnell vergeben.

Wir wünschen Euch einen tollen Segelsommer und schöne Ferien.

 

Mehr Fotos findet ihr https://www.ycll.de/galerie-startseite/bilder-2026/nggallery/page/1

Freitag vor der Kieler Woche. Während anderswo hektisch die letzten Dosenpaletten gestapelt werden, wissen die Flensburger, dass es Wichtigeres gibt als den Blick nach Kiel: nämlich den Blick auf die eigene Förde – und auf ein Ereignis, das mehr ist als nur eine Regatta. Flensburger Dunkel. Ja, das Bier spielt eine Rolle. Aber eigentlich geht es um viel mehr: um Reinsegeln, um Dunkelheit, um Überraschungen – und um das ehrliche Glück, wenn kleine Boote groß rauskommen.

Denn das ist das eigentliche Geheimnis dieses Abends: Es ist fast immer das Fest der Kleinen. Die dürfen früher los, beim traditionsreichen Kängurustart. Um Punkt 18:00 Uhr schießt das erste Schiff über die Linie, irgendwann gegen 19:25 das rechnerisch schnellste. Danach beginnt die große Jagd – und die letzte Stunde wird zuverlässig zur engsten des Abends. Auf dem Wasser. Und manchmal auch in den Nerven.

Die Wetterfrösche hatten das passende Vorwort geliefert: „lummerig“. Passender kann man den Abend nicht beschreiben. Anfangs häufig schwachwindig, später vielleicht dicke Luft. Prognose: bis zu 8 Beaufort. Realität: später ja – aber die acht waren dann eher eine optimistische Zahl.

Während draußen auf See von uns glücklicherweise keiner mehr segelte, hatten die Retter in Langballigau nachts ordentlich zu tun. Sirenen gingen auch an Land mehrfach. Da waren wir allerdings schon längst wieder drin: nachgegrillt, abgetrocknet, in Kojen oder im Bett zu Hause. Fast alle. Einer unserer Gäste aus der Innenförde kämpfte sich nach der Siegerehrung noch solo und mit den letzten 5 Litern unter Diesel heimwärts gegen den Wind. Glücklicherweise stand am seine Frau am Steg  bereit. Festmacherleine annehmen, aufatmen, Ende gut. Puh.

Und wir war es jetzt auf der Bahn? Nun ja – dies ist, zugegeben, die Perspektive eines Spätstarters. Also eher Boot kennenlernen als taktisches Meisterwerk.

Von Langballigau ging es zunächst entspannt nach Brunsnæs: Downwind, Sonne im Gesicht, Segeln wie im Prospekt. Dann Richtung Bockholmwik: Spi hoch, bei gutem Mittelwind Kotzgrenze ausreizen, wie es sich gehört. Wer später kam, hatte es schwerer. Vor dem Hafen von Bockholmwik  Halse, etwas weniger spitz – Kurs Café Drei. Die berühmte „Schwiegermutter“ wurde danach selbstverständlich nicht ausgelassen. Keine Förderegatta ohne sie.

Innenförde bedeutet traditionell: Hoffen, Tasten, Zweifeln. Unter dänischer Küste? Sieht nach Parkplatz aus. Also rüber Richtung Methmanns Villa – das Wasser kräuselte verheißungsvoll. Und erstmals dieses Jahr…seit drei Stunden: ein funktionierendes Echolot! Bei 2,75 Tiefgang hier jetzt ganz hilfreich.

Rechtzeitig Richtung Dalsgaard gelegt – und da rauscht sie an: eine J/109 mit schweinchenpinkem Gennaker, Schaum vorm Bug, stehende Peilung. Ende des bis dahin tapfer verteidigten Vorsprungs. Vor Dalsgaard dann doch noch einmal durchgesetzt, das übliche Abdeckspiel, ein paar mehr rote Quadratmeter helfen.

Bei Rinkenæs der Knick nach Schausende – „liegt die Tonne da überhaupt?“ fragte Hildburg am Nachmittag noch. Sie lag und das hat sie natürlich auch vorher abgesichert. Hier ging es rückwärts und wieder raus aus der Förde. Also vorsichtig zurück über Schiedenkind zur Tonne 8. Backbord liegen lassen, sagt die Bahnkarte. Für leichte Boote ein Anlieger. Für Tiefgangboote eine kräftige Banane und später spitz. Sehr spitz.

Dann das fiese Stück: grüne Tonne vor Egernsund. Flaute. Unser dicker Popo klebte fest im Wasser. Machtlos zuzusehen, wie selbst die letzten Verfolger sich vorbeischlängeln – seglerische Demut in Reinform. Nur „Circus“ marschierte da durch, als hätte jemand für sie exklusiv den Wind eingeschaltet. Familiencrew, private Böe, beeindruckender Auftritt.

Ab hier wurde es zum J/109-Duell. Team Fahrensodde hielt sich zunächst vornehm zurück, doch auf der Flauenkreuz war Schluss mit höflich. Handbremse gelöst, es wurde gearbeitet und Uwe hatte das Nachsehen. Irgendwann trugen  auch wir unsere Kilos nach Nejsmølle und fielen ab Richtung Bockholmwik – letztes Leefass.

Versuch mit Genua, Außenschot – naja. Nebenan wieder der pinke Spi von Uwe, allerdings auch erkennbar kein Wundermittel. Schließlich der Entschluss: Leutnant, Tod sind wir sonst sowieso! Unser kleiner A3 kam hoch – und siehe da: Er zog. Ordentlich sogar. Man fragt sich manchmal, warum man solche Ideen nicht früher hat.

Auf der Zielkreuz ging dann noch etwas: einsammeln, aufholen, Schadensbegrenzung betreiben. Und vorne? Da wartete „Koralle“ als erste im Ziel – und musste bleiben. Denn beim Kängurustart gilt: Wer zuerst durchs Ziel geht, hat gewonnen. Punkt. Zur Belohnung darf man da bleiben und die Zieldurchgänge bis zum letzten aufschreiben. 2. Platz hat da auch seine Vorteile 😉 ORC 5, kurze Bahn, Koralle mal wieder vorne. Das ist die Dehler 31, eine Leichtwindrakete, aber eben auch erfahren gesegelt.

Es geht durchs Ziel. Segel einpacken. Bei uns geht auch der Motor wieder auf die westeuropäische Weise über die Motorelektroinik an. Ab nach L.A., leicht fröstelnd. Und dann, plötzlich, in der Hafeneinfahrt: Sauna. Als hätte jemand die globale Erwärmung kurzzeitig lokalisiert und genau hier angeschaltet. Warm, windstill, surreal.

Perfekt für das traditionelle Nachtgrillen. Alle satt, alle zufrieden – und die letzten konnten das aufziehende Gewitter bequem von der Clubhausterrasse aus bestaunen.

Die Siegerliste? Ebenfalls ein Klassiker:

Ganz vorne wieder einer, der das kann wie kaum ein anderer: Calle Strömer (Irk Boockhoff) – lebendiger Beweis, dass auch „ältere“ Boote vorne mitspielen können. Dahinter „Fru Antje“ (Holger Jacobs/ Sven Fischer), die Bretterkiste mit Tempo. Und – für den Unterzeichner mit gemischten Gefühlen – auf Platz 3: Xirasol (Serjo Bender), eine unter anderem Namen ehedem bekannte X-332 aus Langballigau, die ausgiebig ihren Code 0 spazieren fuhr.

In den Gruppen:

ORC 1: „Circus“ vor den beiden J/109 von Timo Erps und Uwe Berthold.
ORC 2: Hinter der X-332 folgen „Kleines Haijaijai“ (Martin Lausen) und unsere freunde aus Bockholmwik „Fillipa“ (Jörg Mikoleit).
ORC 3: Nach „Fru Antje“ kam „Scandale“ (Carsten Reckweg) und „Pur Elle“ (Holger Elle) ins Ziel.
ORC 4: Hinter Calle Strömer „LaFe“ (Dirk Landfester) und „Charlotte“ (Ruben Worm).
ORC Express (mit Asyl für Spaekhugger): Explode4us/ Rainer Koch dominiert bei den Express, gefolgt von Ernst Kern („HermitdemschönenLeben“ – vermutlich ohne Funkgerät, aber mit Stil) und der Neuzugang Huggeren, ein Spaekhugger (Uli Dehn).
ORC 5/ Kurze Bahn: Nach „Koralle“ zeigen „Ghislaine“ (Roy Weissneberger) und „Obsession“ (Ralf Masorsky), was geht.

Besonders erwähnenswert: Stefan Voß, der nach Mastbruch nicht teilnehmen konnte, dafür aber mit dem RIB gefühlt überall gleichzeitig war und Hauke Bunks mit seinem Kameraequipment dahin brachte, wo die Sonne gut stand und die Perspektiven gut waren. Spektakuläre Bilder, dichter dran geht nicht. Ein bisschen Herzklopfen inklusive.

Und schließlich: Danke an Wettfahrtleiterin Hildburg Finkler, die mit kluger Bahnlegung nicht nur für spannende Rennen, sondern auch für erstklassige Fotomotive sorgte.

Zum Schluss bleibt nur eines:

Danke fürs Lesen der Regattaberichte aus diesem Blickwinkel. Nach rund 20 Jahren ist diese Perspektive jetzt ausgeschrieben.

Jochen-P. Kunze

Ergebnisse

Bilder: Thx to Hauke Bunks

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Am 30. Mai stand mit dem IM-Jaich-Cup in Langballigau wieder einer der Höhepunkte der Regattasaison des YCLL auf dem Programm. Die traditionsreiche Veranstaltung wird von Hans Jaich und der IM-Jaich-Gruppe unterstützt und lockte erneut zahlreiche Seglerinnen und Segler auf die Flensburger Förde. Neben sportlichem Ehrgeiz warteten attraktive Preise auf die Teilnehmer: Verlost wurden drei Aufenthalte im IM-Jaich Hotel Bremerhaven.

Bevor jedoch an Preise zu denken war, mussten sich die 22 Crews zunächst auf der Regattabahn beweisen.

Bereits bei der Steuermannsbesprechung herrschte vor dem Clubhaus beste Stimmung. Nach der Begrüßung durch Sportwart Stefan Voss übernahm Hildburg Finkler die Regattaleitung. Mit viel Humor eröffnete sie die Veranstaltung und präsentierte den Regattakurs anhand eines selbstgebastelten Modells, das irgendwo zwischen Makramee-Arbeit und Schnittmuster angesiedelt war. Entsprechend erleichtert waren viele Skipper, als sie zusätzlich eine schriftliche Kursbeschreibung erhielten. Dennoch zeigte sich später, dass aufmerksames Lesen durchaus von Vorteil gewesen wäre: Mindestens eine Crew erreichte die erste Tonne zunächst auf Umwegen, bevor sie diese regelkonform runden konnte.

Pünktlich zum angekündigten Start um 10 Uhr versammelten sich die Boote vor der Startlinie. Während einige Crews noch hektisch Segel wechselten, zeigte sich schnell, dass die Bedingungen auf der offenen Förde deutlich anspruchsvoller waren als im geschützten Hafen. Die Frage lautete: Reffen oder volles Tuch setzen? Da nach der ersten Kreuz ein langer Vorwindkurs folgen sollte, entschieden sich viele für eine sportliche Segelwahl.

Der Start verlief weitgehend problemlos. Lediglich das Startschiff selbst geriet kurzzeitig in Bedrängnis und kam einem Teilnehmerboot näher, als allen Beteiligten lieb war. Glücklicherweise blieb es bei einem Schreckmoment.

Anschließend zog das Feld zunächst entlang der deutschen Küste Richtung Tonne 4 vor Holnis. Die meisten Crews wählten den direkten Weg über die Förde, während ein Boot weit Richtung Bockholm auswich – offenbar in der Annahme, die Tonne müsse an Steuerbord gerundet werden. Ein Blick auf die Konkurrenz brachte schließlich die Erkenntnis: Nicht die anderen waren Geisterfahrer, sondern man selbst. Nach einem zusätzlichen Manöver ging es schließlich korrekt um die Tonne.

Mit gesetzten Spinnakern und Gennakern begann die Aufholjagd. Die schnellen Gennaker-Boote konnten sich zunächst etwas absetzen. Auf dem Weg nach Kragesand war taktisches Geschick gefragt. Sollte man den vermeintlichen Schutz der Steilküste bei Sønderborg nutzen oder weiter draußen segeln und auf konstanten Wind setzen? Die Entscheidung fiel unterschiedlich aus, doch spätestens im Bereich Brautstein mussten viele Crews ihre Vorsegel bergen, da die Kurse zunehmend spitzer wurden.

Auf dem weiteren Weg Richtung Sønderborg zeigte sich, dass die Außenbahn häufig die bessere Wahl war. Dort schien mehr Druck im Segel zu stehen, während die innen fahrenden Boote immer wieder in Windlöcher gerieten. Die Untiefentonne vor dem Sønderborger Yachthafen wurde planmäßig an Steuerbord gerundet, bevor der Kurs über Helts Banke Ost zurück in Richtung Neukirchen führte.

Während einige Crews noch einmal versuchten, mit kleineren, flachen Gennakern Vorteile herauszufahren, blieb das Feld insgesamt eng zusammen. Die entscheidende Phase begann auf der anschließenden Kreuz zurück Richtung Holnis. Jetzt waren saubere Manöver, Konzentration und die richtige Höhe gefragt. Viele Boote entschieden sich für die dänische Seite der Förde und nach und nach schob sich das Feld wieder zusammen.

Wer sich nicht von den vermeintlich höheren Kursen anderer Boote verleiten ließ und konsequent die optimale Höhe des eigenen Schiffes segelte, konnte wertvolle Meter gutmachen. Nach der letzten Rundung von Tonne 4 vor Holnis ging es schließlich auf den letzten Vorwindkurs Richtung Ziel. Noch einmal wurden die bunten Segel gesetzt, bevor die Hupe des Zielschiffs das Ende eines anspruchsvollen und abwechslungsreichen Regattatages signalisierte.

Doch damit war der IM-Jaich-Cup noch lange nicht vorbei.

Im Hafen warteten bereits Kartoffelsalat und Würstchen auf die hungrigen Crews. Die Regattaabteilung hatte beeindruckende 300 Würstchen und 36 Kilogramm Kartoffelsalat vorbereitet – ein Beweis für die gewohnt hervorragende Organisation und großzügige Planung.

Während die Teilnehmer ihre Energiereserven auffüllten, wurden die Ergebnisse ausgewertet und in bemerkenswert kurzer Zeit veröffentlicht. Natürlich wurden dabei auch die Erlebnisse des Tages ausgiebig diskutiert. Für besondere Heiterkeit sorgte die Geschichte einer Crew, die unfreiwillig die Stabilität der Kragesand-Tonne testete: Die Spischot hatte sich beim Vorbeifahren um die Tonne gewickelt, konnte sich jedoch mit einem kräftigen „Flupp“ wieder lösen – ein Manöver, das so sicherlich nicht im Lehrbuch steht.

Den Abschluss bildete die Siegerehrung mit der Übergabe der Preise sowie der Verlosung der begehrten Hotelaufenthalte in Bremerhaven. Besonders groß war die Freude bei einer Crew, die bereits zum zweiten Mal in Folge einen der attraktiven Übernachtungspreise gewann. Vielleicht lassen sich die beiden Aufenthalte ja sogar miteinander kombinieren.

Nach einer rundum gelungenen Regatta bei hervorragenden Segelbedingungen klang der Nachmittag bei Sonnenschein und bester Stimmung aus. Einige der gewonnenen Sachpreise wurden noch am selben Abend ihrer Bestimmung zugeführt, und so entwickelte sich aus dem Regattatag ein ebenso geselliger Sommerabend.

Ein herzlicher Dank gilt Hans Jaich als Sponsor der Veranstaltung sowie stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer Hildburg Finkler und Stefan Voss. Mit viel Engagement haben sie eine hervorragend organisierte Regatta, einen abwechslungsreichen Kurs und einen rundum gelungenen Segeltag ermöglicht.

Die Vorfreude richtet sich nun bereits auf die nächste Veranstaltung: Am 19. Juni steht mit „Flensburg Dunkel“ das nächste spannende Event auf dem Programm. Die Anmeldung über Manage2Sail ist bereits geöffnet.

Text: Michael Krüger

Ergebnisse
ORC1
  1. Om    Stefan Voss
  2. Circus Thorsten Thelen
  3. Skuum Ralf Kock
ORC2
  1. Xtrasol – Sarjoscha Bender
  2. Nirwana – Michael Krüger
  3. Thiassi – Joachim Schultze
ORC3
  1. Scandale – Carsten Reckweg
  2. Frue Antje – EG Jacobs Fischer
  3. Pour Elle – Holger Elle
ORC4
  1. Calle Strömer – Irk Boockhoff
  2. Lafe – Dirk Landfester
ORC Express
  1. Explode4us – Claus Maas
  2. Explosive – Bent Hansen
  3. Hyggeren – Uli Dehn
ORC ohne Spi
  1. Koralle – Frank Bitzer
  2. Obsession – Ralf Masorsky
  3. Carpe Diem – Claudia Thelen Erichsen

    

Zum Auftakt des Pfingstwochenendes hieß es für den Yachtclub Langballigau: Leinen los und Kurs auf Mjelsvig! Bereits am Samstagmorgen zeigte sich der Himmel von seiner allerbesten Seite. Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein herrlicher südlicher Segelwind sorgten zunächst für echtes Sommermärchen-Feeling auf der Flensburger Förde. Die Stimmung an Bord war bestens – Sonnenbrille statt Ölzeug lautete die Devise.

Doch wie das auf See manchmal so ist: Hinter dem Brautstein verließ den Wind plötzlich der Mut. Während die Segler noch hoffnungsvoll an den Schoten zupften, blieb die See spiegelglatt. Also musste kurzerhand der „Wind aus dem Tank“ aktiviert werden, denn die Öffnung der Sonderburger Brücke wartet bekanntlich auf niemanden.

Und wir waren nicht allein unterwegs. Offenbar hatten zahlreiche andere Crews denselben glänzenden Gedanken gehabt, das lange Wochenende Richtung Norden zu nutzen. So sammelten sich schließlich mehr als 35 Boote südlich der Sonderburger Brücke und warteten geduldig auf die nächste Öffnung. Stau im Alsensund – und das ganz ohne Baustelle oder Warnblinklicht. Statt hupender Autos gab es allerdings freundliches Winken, Klönschnack über die Reling und den ein oder anderen Kommentar zur Verkehrslage auf dem Wasser.

In Mjelsvig angekommen zeigte sich schnell: Hier hatten Harald und Irene ganze Arbeit geleistet. Die Liegeplätze waren perfekt vorbereitet, Kari dirigierte die ankommenden Boote souverän auf ihre Plätze, und schon bald verwandelte sich der Hafen in ein buntes Pfingstlager der guten Laune.

Insgesamt waren 22 Boote angereist, darunter erfreulicherweise sechs Crews mit jugendlicher Besatzung – der beste Beweis dafür, dass Segeln und Vereinsleben auch die nächste Generation begeistern. Dazu kamen noch sechs Landfahrzeuge, vom Camper bis zum PKW, deren Besatzungen selbstverständlich ebenfalls an der legendären Pfingstpfanne teilnehmen wollten. Schließlich kennt gute Stimmung keine Antriebsart.

Profis an der „Pfingstpfanne“

Am Clubhaus wartete bereits ein großes Zelt, die Grills standen in Reih und Glied bereit und pünktlich zum Empfang um 16 Uhr waren ausreichend kühle Getränke vorhanden – bei den sommerlichen Temperaturen vermutlich die wichtigste Sicherheitsmaßnahme des Tages.

Nach der Begrüßung wurden ohne langes Zögern die Grills angefeuert und natürlich auch die namensgebenden Pfannen in Betrieb genommen. Bald zog der Duft von Gegrilltem und allerlei Köstlichkeiten über den Platz, und die hungrigen Crews widmeten sich mit großer Hingabe der kulinarischen Seefahrt.

Begrüßung der Gäste in der Mjelsvig durch Irene und Michael Krüger

Wie schon der Tag, so zeigte sich auch der Abend von seiner schönsten Seite. Nach dem Essen zog es die Gäste von der überdachten Terrasse hinaus in die warme Abendsonne vor dem Clubhaus. Es wurde gelacht, erzählt und geschnackt, während der Himmel langsam in goldene Farben tauchte. Der Sonnenuntergang über Mjelsvig lieferte schließlich die perfekte Kulisse für einen Abend, der gefühlt viel zu schnell verging. Wobei… einigen Stimmen zufolge sollen die letzten Unentwegten erst gegen zwei Uhr morgens das Lagerfeuer verlassen haben. Man munkelt, dass dort noch wichtige seemännische Fragen diskutiert wurden – etwa, ob ein letzter Absacker wirklich der letzte ist.

Ein ganz herzlicher Dank gilt Harald und Irene für die hervorragende Organisation, allen Helfern sowie Kari und Peter von der Mjelsvig Badelaug für den herzlichen Empfang und die großartige Vorbereitung. Ohne euch wäre dieses Wochenende nur halb so schön geworden.

Ein besonderer Moment des Abends war außerdem die feierliche Übergabe der Pfingstpfanne an die nächsten Ausrichter: Dirk von der Diestelfink gewann gemeinsam mit seiner Familie die Organisation für das kommende Jahr. Damit liegt die Hoffnung nun auf Dirk, Katrin und Rieke – verbunden mit den besten Wünschen für eine glückliche Hand bei der Wahl des Zielortes und natürlich für erfolgreiche Verhandlungen mit dem Wettergott.

Die nächste Pfingstpfanne findet am 15. Mai 2027 statt.

Save the date!

… runter vom Sofa und ab zum gemeinsamen Feiern nach Mjels

Liebe Segelfreunde,

runter vom Sofa und informiert Euch am 9. April um 19.00 Uhr im Clubhaus über neueste Segeldesigns. Stefan wird uns einiges über  Segeltrimm und Einstellungen verraten, damit die Regattasaison 2026 beginnen kann.

Beste Grüße Irk

Full house im Grundhof- Krug. Nicht nur die Jahreshauptversammlung, sondern auch der gute Grünkohl waren attraktiv genug, den Saal ziemlich auszufüllen.

Eine ganze Zahl an Jubilaren ´konnten für 10-, 25- und sogar 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden.

Genauso schieben die unteren Jahrgänge stark nach: mit 8 neuen fördernden Mitgliedern wächst der Club trotz der beengten Verhältnisse und fehlender Entwicklung im Hafen von Langballigau weiter.

Besonderes Augenmerk richteten alle auf Max Riech, der als einer der ganz ganz alten Mitglieder für seinen lebenslangen Verdienst um den YCLL und seinen Einsatz beim Bau beider Winterlagerhallen und auch dem Clubhaus mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt wurde.

 

 

Der Vorsitzende Michael Krüger stellte die Bemühungen dar, im Jahr 2025 aktive Read More

Liebe Segelfreunde,

Barbara und Werner Drews laden uns am 8. Januar 2026 ein, sie auf ihrer Segeltour quer durch Schweden zu begleiten. Sie nehmen uns mit durch den wunderschönen Göta-Kanal und die vielen Schleusen mit ihrer Vento. Begleitet von fantastischen Fotos und spannenden Geschichten wird es sicherlich ein sehr schöner Abend. Bitte merkt euch diesen Termin vor und wir freuen uns auf ein Wiedersehen am 8. Januar 2026. 

 

Nachdem wir dankenswerterweise einen fremden Gastbeitrag zum Double Rundt bekommen haben (siehe nachfolgend)  – von denen wir nicht genug bekommen können 😉 einmal unser kurzer Review aus Sicht des YCLL:

ERWARTUNG? ERFÜLLT

Wir sind ja so arrogant, dass wir für unsere events das beste Wetter beanspruchen. Bei Schwachwindstart, kurz darauf Böenwalzen mit 30+ Knoten Wind und diversen Regenfronten kann man jetzt sagen, das wir unter unseren Erwartungen geblieben sind. Das wäre aber zu kurz gegriffen: Wir wollen eine fordernde Regatta, bei der sich alle auf den Grillteller und das Bier am Abend wie Bolle freuen – und nur noch die Erwartung die letzten Energiereserven aus dem Körper zieht, die man Read More

Gastbeitrag zum Double Rundt von Cord Hall, Co-Skipper auf X-332 SOPHUS und Organisator des Baltic 500:

Double Rundt die Dritte (für mich), und es zeichnet sich so langsam ein Muster in meinem Teilnahmeverhalten ab, denn ich komme alle 2 Jahre nach LA, segle immer mit anderen Booten und anderen Mitseglern.
Nachdem ich in 2021 mit Rasmus und der Sharifa noch das Double Rundt  in die Dyvig gesegelt bin, war ich vor 2 Jahren mit meinem eigenen Boot und meiner Frau am Start. Dieses Jahr sollte ich dann zusammen mit Jochen dessen X-332 SOPHUS über den Kurs prügeln, wodurch ich „unglücklicherweise“ den Geburtstag meiner Schwiegermutter verpasste – irgendwas ist ja immer. Das war es dann aber auch schon mit den Mustern, denn beim Wetter hatte ich bislang immer Glück und durfte bei strahlendem Sonnenschein segeln. Dieses Jahr…..naja. Da war noch Potential.

Samstag morgen, 0600, Kaffee kochen, Katzer füttern und dann ab auf die Bahn nach LA. Ist zum Glück noch nichts los und eine gute Stunde später rolle ich auch schon auf den erstaunlich leeren Parkplatz und gehe zum Skippersmeeting. Eine Mischung aus bekannten und neuen Gesichtern erwartet gespannt die letzten Infos von Stefan und Hildburg, danach geht es zum Boot um die letzten Sachen auszustauen.

Kurz nach 9 dann raus aus dem Hafen, und das übliche Vorstartprogramm abarbeiten. Segel hoch, Linie nehmen, Uhr stellen und Upwind Trimm einstellen. Dank etwas Motorunterstützung (natürlich vor dem Vorbereitungssignal) kommen wir rechtzeitig zur Linie und können fast rechtzeitig als luvwärtigstes Schiff starten. Hilft aber nur wenig, denn am anderen Ende der Linie haben die Konkurrenten auf der X-332 XALTY den ultimativen Read More