IM-Jaich-Cup 2026: Anspruchsvolle Bedingungen, spannende Duelle und beste Stimmung in Langballigau

Am 30. Mai stand mit dem IM-Jaich-Cup in Langballigau wieder einer der Höhepunkte der Regattasaison des YCLL auf dem Programm. Die traditionsreiche Veranstaltung wird von Hans Jaich und der IM-Jaich-Gruppe unterstützt und lockte erneut zahlreiche Seglerinnen und Segler auf die Flensburger Förde. Neben sportlichem Ehrgeiz warteten attraktive Preise auf die Teilnehmer: Verlost wurden drei Aufenthalte im IM-Jaich Hotel Bremerhaven.

Bevor jedoch an Preise zu denken war, mussten sich die 22 Crews zunächst auf der Regattabahn beweisen.

Bereits bei der Steuermannsbesprechung herrschte vor dem Clubhaus beste Stimmung. Nach der Begrüßung durch Sportwart Stefan Voss übernahm Hildburg Finkler die Regattaleitung. Mit viel Humor eröffnete sie die Veranstaltung und präsentierte den Regattakurs anhand eines selbstgebastelten Modells, das irgendwo zwischen Makramee-Arbeit und Schnittmuster angesiedelt war. Entsprechend erleichtert waren viele Skipper, als sie zusätzlich eine schriftliche Kursbeschreibung erhielten. Dennoch zeigte sich später, dass aufmerksames Lesen durchaus von Vorteil gewesen wäre: Mindestens eine Crew erreichte die erste Tonne zunächst auf Umwegen, bevor sie diese regelkonform runden konnte.

Pünktlich zum angekündigten Start um 10 Uhr versammelten sich die Boote vor der Startlinie. Während einige Crews noch hektisch Segel wechselten, zeigte sich schnell, dass die Bedingungen auf der offenen Förde deutlich anspruchsvoller waren als im geschützten Hafen. Die Frage lautete: Reffen oder volles Tuch setzen? Da nach der ersten Kreuz ein langer Vorwindkurs folgen sollte, entschieden sich viele für eine sportliche Segelwahl.

Der Start verlief weitgehend problemlos. Lediglich das Startschiff selbst geriet kurzzeitig in Bedrängnis und kam einem Teilnehmerboot näher, als allen Beteiligten lieb war. Glücklicherweise blieb es bei einem Schreckmoment.

Anschließend zog das Feld zunächst entlang der deutschen Küste Richtung Tonne 4 vor Holnis. Die meisten Crews wählten den direkten Weg über die Förde, während ein Boot weit Richtung Bockholm auswich – offenbar in der Annahme, die Tonne müsse an Steuerbord gerundet werden. Ein Blick auf die Konkurrenz brachte schließlich die Erkenntnis: Nicht die anderen waren Geisterfahrer, sondern man selbst. Nach einem zusätzlichen Manöver ging es schließlich korrekt um die Tonne.

Mit gesetzten Spinnakern und Gennakern begann die Aufholjagd. Die schnellen Gennaker-Boote konnten sich zunächst etwas absetzen. Auf dem Weg nach Kragesand war taktisches Geschick gefragt. Sollte man den vermeintlichen Schutz der Steilküste bei Sønderborg nutzen oder weiter draußen segeln und auf konstanten Wind setzen? Die Entscheidung fiel unterschiedlich aus, doch spätestens im Bereich Brautstein mussten viele Crews ihre Vorsegel bergen, da die Kurse zunehmend spitzer wurden.

Auf dem weiteren Weg Richtung Sønderborg zeigte sich, dass die Außenbahn häufig die bessere Wahl war. Dort schien mehr Druck im Segel zu stehen, während die innen fahrenden Boote immer wieder in Windlöcher gerieten. Die Untiefentonne vor dem Sønderborger Yachthafen wurde planmäßig an Steuerbord gerundet, bevor der Kurs über Helts Banke Ost zurück in Richtung Neukirchen führte.

Während einige Crews noch einmal versuchten, mit kleineren, flachen Gennakern Vorteile herauszufahren, blieb das Feld insgesamt eng zusammen. Die entscheidende Phase begann auf der anschließenden Kreuz zurück Richtung Holnis. Jetzt waren saubere Manöver, Konzentration und die richtige Höhe gefragt. Viele Boote entschieden sich für die dänische Seite der Förde und nach und nach schob sich das Feld wieder zusammen.

Wer sich nicht von den vermeintlich höheren Kursen anderer Boote verleiten ließ und konsequent die optimale Höhe des eigenen Schiffes segelte, konnte wertvolle Meter gutmachen. Nach der letzten Rundung von Tonne 4 vor Holnis ging es schließlich auf den letzten Vorwindkurs Richtung Ziel. Noch einmal wurden die bunten Segel gesetzt, bevor die Hupe des Zielschiffs das Ende eines anspruchsvollen und abwechslungsreichen Regattatages signalisierte.

Doch damit war der IM-Jaich-Cup noch lange nicht vorbei.

Im Hafen warteten bereits Kartoffelsalat und Würstchen auf die hungrigen Crews. Die Regattaabteilung hatte beeindruckende 300 Würstchen und 36 Kilogramm Kartoffelsalat vorbereitet – ein Beweis für die gewohnt hervorragende Organisation und großzügige Planung.

Während die Teilnehmer ihre Energiereserven auffüllten, wurden die Ergebnisse ausgewertet und in bemerkenswert kurzer Zeit veröffentlicht. Natürlich wurden dabei auch die Erlebnisse des Tages ausgiebig diskutiert. Für besondere Heiterkeit sorgte die Geschichte einer Crew, die unfreiwillig die Stabilität der Kragesand-Tonne testete: Die Spischot hatte sich beim Vorbeifahren um die Tonne gewickelt, konnte sich jedoch mit einem kräftigen „Flupp“ wieder lösen – ein Manöver, das so sicherlich nicht im Lehrbuch steht.

Den Abschluss bildete die Siegerehrung mit der Übergabe der Preise sowie der Verlosung der begehrten Hotelaufenthalte in Bremerhaven. Besonders groß war die Freude bei einer Crew, die bereits zum zweiten Mal in Folge einen der attraktiven Übernachtungspreise gewann. Vielleicht lassen sich die beiden Aufenthalte ja sogar miteinander kombinieren.

Nach einer rundum gelungenen Regatta bei hervorragenden Segelbedingungen klang der Nachmittag bei Sonnenschein und bester Stimmung aus. Einige der gewonnenen Sachpreise wurden noch am selben Abend ihrer Bestimmung zugeführt, und so entwickelte sich aus dem Regattatag ein ebenso geselliger Sommerabend.

Ein herzlicher Dank gilt Hans Jaich als Sponsor der Veranstaltung sowie stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer Hildburg Finkler und Stefan Voss. Mit viel Engagement haben sie eine hervorragend organisierte Regatta, einen abwechslungsreichen Kurs und einen rundum gelungenen Segeltag ermöglicht.

Die Vorfreude richtet sich nun bereits auf die nächste Veranstaltung: Am 19. Juni steht mit „Flensburg Dunkel“ das nächste spannende Event auf dem Programm. Die Anmeldung über Manage2Sail ist bereits geöffnet.

Text: Michael Krüger

Ergebnisse
ORC1
  1. Om    Stefan Voss
  2. Circus Thorsten Thelen
  3. Skuum Ralf Kock
ORC2
  1. Xtrasol – Sarjoscha Bender
  2. Nirwana – Michael Krüger
  3. Thiassi – Joachim Schultze
ORC3
  1. Scandale – Carsten Reckweg
  2. Frue Antje – EG Jacobs Fischer
  3. Pour Elle – Holger Elle
ORC4
  1. Calle Strömer – Irk Boockhoff
  2. Lafe – Dirk Landfester
ORC Express
  1. Explode4us – Claus Maas
  2. Explosive – Bent Hansen
  3. Hyggeren – Uli Dehn
ORC ohne Spi
  1. Koralle – Frank Bitzer
  2. Obsession – Ralf Masorsky
  3. Carpe Diem – Claudia Thelen Erichsen

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