Double Rundt 2026 – Der Mix macht’s

Die Double Rundt hat sich längst zu einer weit über die Region hinaus bekannten Regatta entwickelt. Während die Teilnehmer des Yachtclubs entspannt im Starthafen Langballigau auf den Check-in am Freitagabend warteten, hatten die auswärtigen Crews ihre ganz eigene Regatta bereits hinter sich: Die Anreise aus Wismar, Hamburg, Kiel, Eckernförde, der Schlei oder natürlich auch aus Dänemark verlangte in diesem Jahr einiges ab.

Kräftiger Westnordwestwind machte die Flensburger Förde zu einem sportlichen Warm-up. Wer sich gegen Wind und Wellen nach Langballigau hochkreuzen musste, bekam spätestens am Leuchtturm Kalkgrund zu spüren, warum die Förde bei diesen Bedingungen ihren Ruf hat. Kurze, steile Wellen fanden zuverlässig jede noch so kleine Undichtigkeit an Deck und im Ölzeug – trocken kam kaum jemand an.

Nicht nur die weiten Anreisen sind bemerkenswert, schaut man auf die Bandbreite der angereisten Teams so wurde auch alles präsentiert von dem komplett zur Urlaubsreise ausgerüsteten Schiff mit dem Schlauchboot an Deck bis zu den Double Hand Deutschen Meistern und Vizemeistern frisch gekürt auf der Kieler Woche. 

Dass auch der Hafen seine Tücken hatte, zeigte sich direkt vor dem Clubhaus. Eine Crew wollte angelockt vom Würstchengeruch direkt dort anlegen. Das hat noch nie geklappt wurde aber durch  den niedrigen Wasserstands zusätzlich erschwert und so musste das Schiff von tatkräftigen Helfern wieder vom Flach gezogen werden – ein erster Beweis dafür, dass bei der Double Rundt Teamarbeit großgeschrieben wird.

Am Clubhaus warteten dafür trockene Double-Rundt-Hoodies in den verschiedensten Farbkombinationen. Wer sich umgezogen hatte, durfte sich mit einem kühlen Bier des Sponsors Pantaenius stärken. Das wirkte offenbar wie ein Zaubertrank, denn an der Zugmaschine von Gotthardt wurden anschließend beeindruckende Kräfte mobilisiert. Tagesbestwert: stolze 467 Kilogramm! Bei der Siegerehrung sollte sich zeigen, dass sich Muskelkraft tatsächlich auszahlen kann – je eine Schwimmweste vom Sponsor Gotthardt wartete auf den stärksten Teilnehmer bei den Damen und Herren.

Im weiteren Verlauf des gemütlichen Abends ließ der Wind langsam nach und die Vorfreude auf den Regattatag stieg.

Am Samstagmorgen trafen kurz vor der Steuermannsbesprechung die letzten Crews ein. Damit war das Feld mit 53 Booten komplett. Angesichts der anspruchsvollen Anreise und der bereits angekündigten stürmischen Rückfahrt von Søby ein beachtliches Meldeergebnis. Selbst einige heimische Segler verzichteten lieber auf die Strapazen oder wollten ihre neuen Segel schonen.

Wie gewohnt führten Hildburg und Stefan mit viel Humor durch die Steuermannsbesprechung und begrüßten insbesondere die weit angereisten Crews. Eindruck hinterließ vor allem die Erinnerung an die 30-Minuten-Zeitstrafe für Frühstarter. Entsprechend diszipliniert verlief der Start – schließlich gewinnt man eine 53-Meilen- bzw. 33 Meilen-Regatta nicht auf den ersten Metern. Ein großes Dankeschön gilt daher auch dem Startschiff und seiner Crew, die das Feld souverän auf die Bahn schickten.

     

Für die Zuschauer an Land begann nun das beliebte Expertenspiel: Warum fährt der eine dort hinaus? Warum nimmt der andere mehr Höhe? Und am Luvfass wurde es dann richtig spannend. Wegen der ersten 0,3 Seemeilen blieb das Feld dicht beieinander. Alle meisterten die Situation souverän, bevor es nach der Rundung auf einen langen Reachkurs Richtung Poels Rev ging – jetzt kamen Spinnaker und Gennaker endlich zum Einsatz.

Währenddessen machte sich eine kleine Langballigauer Reisegruppe auf den Weg nach Fynshav und mit der Fähre weiter nach Søby. Perfektes Timing sorgte dafür, dass die Fähre mitten durch einen Teil des Regattafeldes fuhr. Ein herrlicher Anblick: große Segelyachten unter bunten Spinnakern und Gennakern auf ihrem Weg Richtung Lyø. Natürlich fehlten auch hier der Expertenkommentar nicht: „Der Gennaker könnte voller stehen!“,  „Warum ist der Kite nicht oben?“ oder „Das Schiff müsste doch schneller sein“. Gut reden, wenn man gemütlich auf der Fähre steht.

In Søby angekommen, übernahm das AIS zunächst die Beobachtung der Flotte, bis die ersten Segel wieder am Horizont auftauchten. Genug Zeit, Jan-Ole und sein großartiges Helferteam zu begrüßen und sich mit Bier und Grillwurst für den Zieleinlauf zu stärken.

Die Ziellinie war bestens vorbereitet, die bekannte Brücke wieder mit Sponsorenflaggen geschmückt. Zwar hat sich der Hafen von Søby durch umfangreiche Bauarbeiten stark verändert, doch eigens für die Double Rundt war eine provisorische Spundwand errichtet worden, um den Schwell im Hafen etwas zu beruhigen – sehr zur Freude aller Hafenlieger.

Dann begann das Warten. Zunächst erschien die „Lynx“ mit Peter und Thomas als erstes Boot der kurzen Bahn und erreichte um 16:01:05 Uhr das Ziel. Auf der langen Bahn setzte sich der Trimaran „Tri“ von Lars durch und lief um 17:14:23 Uhr ein. Schnellster Monohull wurde die „Circus“ mit Thorsten und seinem Sohn Skip, die um 18:01:39 Uhr die Ziellinie passierten.

Danach wurde es an der Ziellinie richtig lebhaft. Boot um Boot traf ein. Nicht jeder fand nach vielen Stunden auf See sofort den richtigen Weg über die Ziellinie, obwohl Hildburg mit Skizzen und Fotos die Linie beschrieben und darauf hingewiesen hatte, diese von Nord nach Süd zu passieren. Die Zuschauer auf der Brücke halfen mit lautem Zurufen und Winken nach. Rekordverdächtig war ein Boot, das die Ziellinie gleich dreimal überquerte – immerhin war der zweite Versuch dann regelkonform und es gab den ersehnten Tut aus der Tröte.

Auch das Wetter blieb spannend. Zwar blieb es im Ziel trocken, doch draußen rund um Lyø mussten viele Crews noch einige Regenschauer überstehen. Die nasse Kleidung vom Freitag bekam also noch einmal Gesellschaft.

Um 20:45 Uhr hatten schließlich alle 53 Boote das Ziel erreicht. Für viele lagen fast elf Stunden Segeln hinter ihnen – und für manche zusätzlich die morgendliche Anreise nach Langballigau. Entsprechend groß war der Andrang auf das von Jan-Ole und seinem Team vorbereitete Abendessen, das keine Wünsche offenließ und für Fleischliebhaber und Vegetarier Leckereien 

     

Der Abend klang mit Siegerehrung, Fachsimpelei und vielen Geschichten von Winddrehern, Segeltrimm und taktischen Entscheidungen aus. Einige verschwanden allerdings früh in ihren Kojen, denn für Sonntag war erneut kräftiger Wind angesagt.

Und der hielt Wort. Mit der Winddrehung kam kräftiger Schwell in den Hafen, sodass sich manche Crew fühlte, als läge sie mitten auf hoher See. Mindestens ein Bordhund wurde seekrank und war froh, morgens wieder festen Boden unter den Pfoten zu haben.

Gut, dass die Veranstaltungsleitung das Frühstück vorsorglich um eine Stunde vorverlegt hatte. Schlaf war ohnehin kaum noch möglich, und so war das Frühstück bestens besucht – sofern die ersten Crews nicht bereits die Flucht nach vorn antraten und Richtung Heimathafen aufbrachen.

Wie anspruchsvoll die Rückfahrt gewesen sein muss, zeigte sich später in Langballigau: Überall lagen zum Trocknen ausgebreitete Segelbekleidung, Polster, Spinnaker und allerlei Ausrüstung. Erst da wurde sichtbar, wie viel Material für eine erfolgreiche Regatta tatsächlich an Bord unterwegs ist.

Am Ende bleibt ein rundum gelungenes Double-Rundt-Wochenende – mit anspruchsvollen Bedingungen, großartiger Organisation, bester Stimmung und allem, was das Seglerherz höher schlagen lässt. Für das perfekte Regattafenster gebührt der Wettfahrtleitung großes Lob. Über das Wetter an den An- und Abreisetagen werden wir allerdings mit Petrus noch einmal ernsthaft sprechen müssen.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Sponsoren, Helfer und Unterstützer sowie ganz besonders an Jan-Ole und sein Team in Søby für ihre großartige Gastfreundschaft.

Und wer sich schon jetzt selbst ein Weihnachtsgeschenk machen möchte, sollte sich den 23. Dezember 2026 18:00 Uhr vormerken. Dann öffnet auf Manage2Sail die Meldeliste für die Double Rundt 2027. Die Plätze sind begehrt – und erfahrungsgemäß schnell vergeben.

Wir wünschen Euch einen tollen Segelsommer und schöne Ferien.

 

Mehr Fotos findet ihr https://www.ycll.de/galerie-startseite/bilder-2026/nggallery/page/1

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