Edles Helles zu Flensburger Dunkel

Der besondere Reiz der Flensburg Dunkel Regatta des Yachtclub Langballigau ist natürlich, dass man in die Dunkelheit reinsegelt, ohne sich den Stress  und Schlafentzug einer Nachtregatta anzutun. Dass man danach im Dunkeln bei Bier  und Grillfleisch noch zusammen am Strand von Langballigau sitzt, ist eine weitere gesellige Besonderheit, die genauso gut passt, wie das das Segelwochenende trotz bereits absolvierter Regatta noch voll zur Verfügung steht.

Diesmal präsentierte sich die Veranstaltung eher als Edles Helles.

Und das lag am Wind… Häufig war es in den letzten Jahren so, dass wir es mit einer ordentlichen Mütze zu tun hatten. Dieses Jahr war alles anders: die Windprognose war bereits so lau, dass sich Regattachef Rainer Koch schon ernste Sorgen machen musste, überhaupt starten zu können.  Unnötige Sorgen:. Punkt 17:00 Uhr fanden sich 33 Crews zur Skipperbesprechung ein und wurden in den neuen set up eingewiesen: Die Regatta ging erstmals nicht in die Innenförde, wo ein Windloch neben den nächsten lag. Stattdessen war mit Recht zu hoffen, dass noch genügend Wind auf der Außenförde blieb. Die Bahn verlief daher mit einem Start direkt vor Langballigau Richtung Bockholmwik. Von dort ging es unter Spinnaker nach Kragesand -an der Ecke zur Sonderburger Bucht- und wieder zurück zum Ziel vor Langballigau.

Im Känguruhstarterfahren startet das langsamte Boot als erstes und das berechnete schnellste Boot als letztes. So ging Carsten Reckweg mit dem Folkeboot der Ostseeschule als erstes über den Start und wurde nach und nach von hinten mit Konkurrenz versorgt. Das größte Schiff, die X- 412 Wuchtbrumme von Lars Christensen startete als doublehander mit der extrem schnellen Circus von Torsten Thelen und Crew über 1/2 Stunde später. Das Besondere an diesem Känguru-Startverfahren ist, dass  die Boote gemäß ihrem jeweiligen Rennwert früh oder spät auf die Bahn geschickt werden, daß -theoretisch- alle zur gleichen Zeit durchs Ziel gehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die langsamen Boote, die sonst immer den schnelleren Booten nach dem gleichzeitigen Start hinterher fahren müssen, haben nun die Nase vorn und spüren den Nervenkitzel , die von hinten aufkommenden schnellen Boote so lange wie möglich auf Distanz zu halten. Denn wer dann als erster über die Ziel geht, der ist auch erster – ohne Rechnen, ohne Diskussionen. So schiebt sich das Feld immer dichter in Richtung Zielinie und zum Schluss wird es richtig spannend. Die schnellen Boote müssen sich in der Regel durch die anderen versuchen, durchzuschlängeln.

Ganz so einfach war es aber diesmal nicht. Denn der sehr leichte Wind schob die Mitte das Feld ordentlich durcheinander. Kleine und leichte Boote wie die Internationale 806 aus dem FSC von Otto Jeschonnek, die J-22 von Stefan Voss und eine X- 79 gehörten zu denen, die dem Ziel sehr schnell am nächsten kam. Richtig weg war der Wind nie. Aber das Finden der richtigen Druckfelder war eine echte Herausforderung. Das Feld teilte sich auf jedem Kurs deutlich auf, kaum jemand versuchte jedoch, in der Mitte der Förde zu segeln. Jeder versuchte, unter der Küste Thermik und Druck einzusammeln. Das gelang nicht allen gut. Bereits bei der Tonne 1 Kragesand war heftiges Gedränge, aber alles kommod im Schleichgang. Gut für die erst spät auf die Bahn gekommener Wuchtbrumme, die noch halbwegs entspannt hinter dieser dichten Masse von Booten die Tonne runden konnte. Pech nur, dass danach zu viel Sand im Weg war. Bei dem Versuch, möglichst viel Höhe auf dem langen am Wendt Kursrichtung Langballigau zu erlangen, sehr geehrte sie nach der Tonne dicht unter Land an den Haken bei Kragesand, lief dort auf und kam unter Segeln nicht mehr runter. Ende für das größte Schiff.

Die kleineren machten sich derweil ganz spannend untereinander an die Positionskämpfe. Auf der Rück-Kreuz Richtung Langballigau war die deutsche Seite deutlich bevorteilt, wer aber zu tief segelte, verlor schnell Höhe. Die Ylva Klasse war wieder als Einheitsklasse mit vier Booten am Start. Einer aus dieser Gruppe probierte es unter der dänischen Küste und klapperte dort alle Parkuhren ab, die vorhanden waren. Die ebenfalls früh gestarteten Schwerwetter-Schiffe Harlekin und Calle Strömer konnten bis kurz vor dem Ziel ihre Position gut behaupten, aber nicht verhindern, dass Circus wieder an ihnen vorbei rauscht; ein richtiges Leichtwindwunder. Jalla- Jalla und Fakse drückten sich auch noch vorbei,  wo das Ziel doch schon zum Greifen nah erschien. Doch dann kam für die beiden, die ein klein bisschen zu weit rechts raus gefahren waren, der Backer und der Wind wurde so lau, dass eine Wende schon fast der Geschwindigkeitstod gewesen wäre.  So konnten noch kurz vorm Ende die Levante Sprinter von Moritz Bruns und Sophus von Jochen Kunze in sehr drehenden  Winden noch vorbeifuhr huschen. Danach war eine Zeit lang der Wind wie ausgeknipst. Doch nur 1/2 Stunde später konnte dann das Feld insgesamt relativ schnell durchs Ziel gehen.

Zurück im Hafen hatte der Regattaausschuss bereits den Grill angeheizt und dass die Rindfleisch vorgegrillt. Den Zapfhahn war startklar und neben Flensburger Dunkel gab es auch freies Pilsener. Alle Teilnehmer konnten- ganz ungewöhnlich dieses Jahr- noch im Hellen den Ausblick vom Strand Langballigau auf die laue Sommernacht genießen, während vor ihnen Grillfleisch, Kartoffelsalat und Bier für einen runden Abschluss sorgten. Ein einfaches und gemütliche set-up, daß viele Freunde findet. Segler aus Fahrensodde, Glücksburg und Graasten waren mit dabei, darunter auch die MadMax mit Rookie-Mannschaft der FSC-Jugend.

So ungewöhnlich, wie der Verlauf des Abends war dann auch die Ergebnisliste:

Bei den langen schlanken Ylvas zeigte sich, dass lokale Kenntnisse sich auszahlen. Konstantin Neumann mit Sylva aus Bockholmwik führte das Feld an, gefolgt von Klassen-Neuling Tim König mit Brunhilde. Die Lokal- und Klassenmatadoren Antje Linde und Jönne Asmussen erst dahinter.

Der Gruppe der double  hand segelnden Booten setze sich wieder Gunnar Bednarz mit Hoppetosse durch.

Bei der grossen Gruppe der ORC-Club Schiffe hatte unter den Leichtwindbedingungen wieder Circus deutlich die Nase vorn, gefolgt von Kuddeldaddeldu, Mareike A und Jalla Jalla. Mareike A hat sich im Nachgang aufgrund von Differenzen zwischen genutzten Segeln und vermessenen Segeln selbst aus der Wertung genommen.

Bis zum Nord Stadtwerke- Cup werden diese Vermessungsthemen wohl erledigt sein. Der Nordstadtwerke-Cup ist das nächste große event- gemeinsam mit dem Brückenfest und der beliebten Neptun- Taufe am 25. August 2017 in Langballigau. Wir wünschen Euch schöne Sommerferien und freuen uns auf Eure Meldungen zu unserer großen Jahresregatta.

Plakat-Nord-Stadtwerke-Cup-2018

Bilder von Flensburger Dunkel in der Galerie…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.