MEISTER! – Wetter beim im-Jaich Cup

Flensburg ist Meister! Ja, auch im Handball, ist schon klar… . Aber das ist ja nur 2004 und dieses Jahr.

Bevor die SG Flensburg Handewitt am Sonntag Deutscher Meister wurde, stand der Meister in Langballigau schon ein Tag früher fest. Vor Langballigau auf der Aussenförde ist das eben der Standard.

27 Schiffe gingen bei gnadenloser Sonne und schwacher Brise vor Langballigau an den Start, nachdem Wettfahrtleiter Rainer Koch die Segler aus allen Ecken der Förde und Süddänemark in den Ablauf des wind- und stromtechnisch anspruchsvollen Regattatag eingewiesen hatte.

Mediterane Atmosphäre schon beim Auslaufen. Noch an der Regattatonne war die Luft schwanger von Sonnencreme und die eingespielte Startschiffcrew um Fiede Mers legte trotz der schwierigen Verhältnisse eine saubere Startlinie aus. Gesegelt wurde eine sehr up-and down ähnliche Bahn Richtung Osten nach Kragesand, zurück durch die gesamte Aussenförde unter Spi durch ein Gate bei der Startlinie mit Rundung von Tonne 4 Holnis-Drei und Abstecher zur Regattatonne Bockholmwik. Von dort verlief die Bahn entlang dem Flach mit Kreuz zurück zum Gate, wo letztlich dann aufgrund der wackeligen Windbedingungen nach einer trotzdem anspruchsvollen und ausgiebigen Wettfahrt gezeitet wurde.

Das der YCLL gute Wettfahrten in lockerer Atmosphäre ausrichten kann ist mittlerweile so bekannt, daß vor Langballigau nicht nur zahlreiche ORCclub-Segler an den Start gingen, sondern mit Albin Express und Ylva jeweils zwei Einheitklassen eine eigene Wertung austrugen. Auch für reine Familiencrews gab es mit der gesonderten doublehand-Wertung beste Möglichkeiten, Regattaluft zu schnuppern, auch wenn in dieser Wertung einer (Joy, Henning Sonnenberg), singlehand an den Start ging und performte. Roger Pilz vom FSC kam mit seiner X-332 MadMax als Jugendprojekt mit an den Start – eine tolle Chance für die ambitionierten Jungs und ein Mädchen aus der FSC-Jugend, die ansonsten das Wochenende in Eckernförde auf Opti- und 420er Regatta verbrachte.

Pünktlich um 11:00 dröhnte das Horn des Startschiffes und schickt die Boote auf den Parcours. Als erstes konnte sich Thorsten Thelen´s Seaquest 36 „Circus“ aus dem Feld lösen und düste derart voran, das der Rest des Feldes kaum durch die von ihr hinterlassenen Parkgroschen mehr durchkam. Trotzdem konnte sich mit den langen und schmalen Ylvas, Levante Sprinter, Kuddel und Sophus schnell eine enge erste Gruppe total unterschiedlicher Boote finden. Die Ylvas beeindruckten damit, daß sie alle mit der Max-Fock und nicht mit den grossen Genua I fuhren und bei den seichten Bedigungen trotzdem locker vorne mithalten konnten. Ebenfalls sehr beeindruckend Holger Elle mit der Dolphin Pur Elle und Stefan Voß mit der kleinen J22 JallaJalla, die ihr Leichtwindpotenziel voll ausschöpfen konnten und den großen förmlich auf der Nase rumtanzten. Die Stromverhältnisse waren sehr speziell und schafften viele Möglichkeiten. So sah man Rainer Koch´s Expresse Explode4us nach einem extremen Kreuzschlag rechts raus unter die deutsche Küste entspannt parallel der Steilküste gen Osten am wind hochfahren, während in der Mitte der Förde die Boote völlig richtig kreuzten. Die dänische Seite zeigte sich mit fatalen Löchern als kritisch, wurde kurz vor Kragesand aber begünstigt. Unter Spi hiess es Dampf auf dem Kessel halten. Symetrische Spi-Boote fuhren annähernd denselben Winkel wie Moritz Bruns J-80 mit Gennaker. Nach dem Gate blieben die meisten Boote links unter der deutschen Küste. Sophus meinte schlauer zu sein und fuhr rechts. Ein fataler Fehler, der etliche Plätze kostete. So reihte sich die X-332 bei Tonne 4  hinter die Ylvas ein und sorgte für Turbulenz, weil hier jeder um ungestörte kleine Lüftchen kämpfen musste.

Die Ylvas wurden durch einen Klassen-Newcomer, Jonny Jensen aus Sonderborg dominiert, der sonst in X-99, Starboot und Drachen Abonnement Sieger ist. Der Kampf um den 2 Platz konnte hier dieses mal Jönne mit der Zitto für sich klar machen.

Bei den Expressen machte sich Routine und Erfahrung bezahlt: Peter Moisen sprang mit üblichem Begeisterungsschrei unter die Zeltdecke für Lynx 1. Platz. Gefolgt wurde er von der FSC-Crew um Jannes Köhler, der Lokalmatadort Rainer Koch mit Explode4us zeigte, daß Boothandling heute doch noch vor Revierkenntnisse kommt. Ein geiles Rennen für alle trotz allem!

Circus muss dem Rest des Feldes richtig vergüten. Dazu muss die Crew von Thorsten Thelen „am Horizont“ durchs Ziel gehen, um auch berechnet nach vorne zukommen. Eine heikle Aufgabe. Sie gelang am Samstag. Circus setzte sich schon früh deutlich vom Feld ab, profitierte mit asymetrischem Spi von den derben Windwinkeln, die vor dem Wind zu fahren waren und ging durchs Ziel, als der Mittelbauch des Feldes gerade das Gate erst passiert hatte. Mit 2:23h gesegelter Zeit gegenüber dem langsamsten 3:35 h spreizte er das Feld auseinander. Es reichte berechnet mit über 2 Minuten Vorsprung vor der gesegelt über eine  halbe Stunden länger gesegelten Jalla Jalla. Das kleinste und das größte Boot damit gleichzeitig ganz vorne in der Gesamtwertung. Kuddeldaddeldu nur 1 Minute dahinter, dann bröckelt die Leistung nach unten ab.

Aber nicht ganz: Mit beeindruckender Leistung performte  Achim Schulze mit Thiassi als 1. in der Gruppe ORC2. Wenn´s drauf ankommt, dann gibt Achim einfach Gas!

In ORC 3 mit vielen nicht sonderlich leichtwindgeprägten Booten hatte Calle Strömer die Nase vorn, während in ORC 4 nach dem 2. über alles (JallaJalla) Moritz Bruns mit Levante Sprinter als 2. Gruppensieger eine Topleistung zeigte und auch den im-Jaich Wanderpokal einstrich.

Soweit die „normalen Preise“. Hinterher erschien noch Namensgeber der Regatta Hans Jaich persönlich, hielt eine sehr sympathische kleine Rede und verloste 3 Sonderpreise zur Übernachtung in einer der vielen spannenden im-Jaich Destinationen an deutschen Küsten. Mehr Info hierzu hier

Nach der Regatta war erst einmal Kühlung angesagt. Die Sonne brannte, die Luft so warm wie am Mittelmeer. Unter der Pagode des YCLL stand kaltes Bier und Kartoffelsalat-Würstchen parat. Gerade richtig, um den Körper wieder in Gang zu bringen. Es wurde lange gestanden, gesessen und geklönt und der Abend klang auf vielen Booten in kurzer Hose und kalten Drinks ganz entspannt aus. Ein entspanntes nettes Regattawochenende für alle.

Ergebnisse hier

Nach im-Jaich cup heisst vor Flensburger Dunkel!

Am 15.6. startet der YCLL Freitag Abends in die Innenförde.

Känguruh-Start, Segeln in die Innenförde in die Abenddämmerung sind die prägnanten Attribute aus seglerischer Sicht. Der eng beieinander liegende Zieldurchgang ermöglicht dazu noch gemeinsames Grillen um Mitternacht am vorgeheizten „Rudel-Grill“ und den Genuss Flensburger Pilsener – nicht nur in dunkel.

Wir freuen uns auf Euch. Nutzt den sportlichen Start ins Wochenende, die „Vorarbeit“ nach Langballigau und setzt das Wochenende mit Familie Samstag vormittag fort. Mehr könnt Ihr aus Eurem Wochenende wirklich nicht machen.

Und eines ist wahrscheinlich: Es wird wieder MEISTERLICH! Wie alles in Flensburg.

 

Flensburger Dunkel – Meldung hier

Plakat-Nachtregatta-2018

 

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